Bergbauschaustollen

Die Glanzkohlenlager im sogenannten "Wieser Revier" bildeten die Grundlage für die Brunner Gruben, die zu den größten und modernsten der damaligen Monarchie zählten. Mehr als ein Jahrhundert hindurch wurde der Ort Pölfing-Brunn vom Kohlebergbau geprägt. Mit der Einstellung des letzten Werkes Pölfing-Bergla im Jahre 1976 kam das Ende der Bergbauepoche. Der Schaustollen soll an die 175jährige Bergbauzeit des Ortes Pölfing-Brunn erinnern. Mit pensionierten Bergleuten und einem erfahrenen Steiger sowie mit Unterstützung durch die Marktgemeinde und unter der Federführung des Kulturvereines wurde in den Jahren 1987/1988 in den Kellergewölben der ehemaligen Werksschule ein Kohlebergbau nachgebildet, der sehr naturgetreu die schwere Arbeit der Bergleute unter Tage aufzeigt.
In einem Ausstellungsraum wird mit zahlreichen Exponaten die Entstehung der Kohle gezeigt. Mit Bild- und Dokumentationsmaterial werden die Brunner Gruben, der Gründer der Kohlengesellschaft Wenzel Radimsky, die Arbeitersiedlung "Kolonie", die Eisenbahn, die Werksschule usw. dargestellt. Eine 10minütige Ton-Dia-Schau vervollständigt die Dokumentation. Mit Schutzhelmen ausgerüstet geht es über ein holzgezimmertes Gesenke, vorbei an einer Nische, in der die Hl. Barbara verehrt wird, in den zweiten Ausstellungsraum. Im Mittelpunkt steht hier ein Bergmann im traditionellen Bergmannskittel und daneben ein Bergarbeiter im Arbeitsgewand mit Helm, Knieschützern und Geleuchte. An der Wand befindet sich das Roßgeschirr eines Grubengaules, welches noch im Werk Jagernigg eingesetzt war.
In Wandvitrinen werden verschiedene Geleuchte gezeigt, von der Öllampe (Krotenschnabel) über die Karbidlampen zu den elektrischen Kopfleuchten. Ein Schaukasten enthält die im Bergbau eingesetzten Sprengmittel. Weiters gibt es hier noch verschiedenes bergmännisches Bildmaterial und historische Bilder von den Nachbarbetrieben. Ergänzend werden in weiteren Vitrinen Mineralien aus der Umgebung gezeigt und Funde aus der Vor- und Frühzeit ausgestellt. Es steht auch ein Prägestock zum Schlagen einer Erinnerungsmünze zur Verfügung.
Den eigentlichen Schaustollen betritt man über eine Grundstrecke mit Schienen. Nach einer Drehplatte sieht man in einem kurzen Vortrieb einen beladenen Grubenhunt. Mit farbigen Lämpchen kann hier auch die Schussfolge bei einer Vortriebssprengung demonstriert werden. Verschiedenes Gehzähe (Werkzeug) steht in einer Nische.n Weiters gibt es hier ein Förderband, verschiedene Eisenstempel und Eisenzimmerung, aber auch die herkömmliche Holzzimmerung ist zu sehen. Luttenrohre mit Lüfter zeigen die Wetterführung (Belüftung) in der Grube. Hauptschacht in Brunn um 1900 In der Steigerkammer gibt es ein Grubentelefon, eine Grubenkarte, Rettungsgeräte und weiteres Gezähe. Im eigentlichen Abbau selbst liegen ein Panzerförderer, schwere Abbauhämmer und Bohrhummeln. Durch die niedere Abbauhöhe kann man sich gut die knieende und oft auch liegende Arbeit des Bergmannes vorstellen. Ein ca. 80 Jahre alter Pinsch (hölzener Grubenhunt) wie er in den Brunner Gruben verwendet wurde, vervollständigt die Arbeitsweise der Bergleute. Durch das Zuhandnehmen der Gezähe kann der Besucher selbst die schwere Arbeit des Bergmannes nachempfinden.
Informationen zu unseren Führungen:
René Kosjak: 0699/13000-110
Eintrittspreise:
Kinder: € 1,00
Gruppen: € 1,00 pro Person
Erwachsene: € 1,50


